„Elysia“ begeisterte Tiefenbach

Mit Standing Ovations im Publikum, einem stolzen Vereinsvorstand, einer glücklichen Trainerin und freudestrahlenden 113 Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne endeten jeweils die zwei Aufführungen des Jazztanzstückes „Elysia und die Hüter der Elemente“ am Wochenende des 11. und 12. Juli in der Turnhalle des TSV Tiefenbach. Beide Vorstellungen waren mit jeweils über 300 Zuschauern ausverkauft.

Eineinhalb Jahre hat Jessica Frank mit ihren neun Jazztanzgruppen, die sie mittlerweile beim TSV Tiefenbach trainiert, auf dieses Wochenende hingearbeitet. Sie hat das Fantasy-Märchen „Elysia und die Hüter der Elemente“ geschrieben, 46 von insgesamt 47 Tänzen choreographiert und diese beim wöchentlichen Training mit 113 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 4 bis 18 Jahren einstudiert. Dabei unterstützt hatten sie u.a. die Trainerkolleginnen Daniela Scheyhing und Romana Schwirz.

Das Ergebnis war eine fast dreistündige Veranstaltung, die die Zuschauenden tänzerisch in eine farbenfrohe und emotionsgeladene Fantasiewelt entführte. Die Rahmengeschichte erzählte eine Stimme aus dem Off: Weil die Hüterinnen von Licht und Schatten in einen Streit geraten waren, drohte die Welt in Dunkelheit zu versinken. Elysia (souverän interpretiert und getanzt von Lavinia Hofmeister), die aus Licht geboren war, galt nun als Hoffnungsträgerin. Sie musste, unterstützt von Seraphina (Johanna Wimmer), die Hüterinnen der vier Elemente für sich gewinnen (dargestellt von Laura Janssen, Marie Ludes, Anna Kießling und Luisa Schreiner), um am Ende Nyxar (Jacqueline Frank), die Hüterin der Dunkelheit, zu besiegen. Das gelang ihr zunächst kurzzeitig im Kampf, schließlich aber auf friedliche Weise, nämlich durch die Erkenntnis, dass sowohl Licht als auch Schatten einen Teil des anderen in sich trugen und zueinander gehörten. Dieser Plot bot die Grundlage für eine Palette an verschiedenen Tänzen in einer facettenreichen Choreographie, die die Gruppen auf ihre Weise, je nach Alter und Können, in stets wechselnden bunten Kostümen und zu bekannten Popmusikstücken präsentierten: mal fröhlich und ausgelassen, mal düster bedrohlich, mal feurig leidenschaftlich oder melancholisch verträumt.

Besonders ließ sich das Publikum von den „Move Makers“ mitreißen, einer Gruppe von sieben Jungen, die Hip-Hop auf die Bühne brachten, und war verzaubert vom Auftritt der kleinsten Tänzerinnen, der vierjährigen „Bambinis“, die, angeleitet von Josephine Danzer, im Meer wogende Leuchtquallen darstellten. Und als am Ende alle 113 Tänzerinnen und Tänzer gemeinsam mit ihrer Trainerin auf die Bühne kamen, um zu „I’m so excited“ von den Pointer Sisters zu tanzen, hielt es auch das Publikum nicht mehr auf den Sitzen und forderte lautstark eine Zugabe ein.

Diese beiden Vorstellungen seien die dritte und größte Jazztanzveranstaltung des TSV gewesen, wie der Vereinsvorstand Christian Danzer in seiner Anmoderation mitteilte. Der Bühnenaufbau sowie Licht- und Soundtechnik seien diesmal aufwändiger, der Kartenvorverkauf professioneller und auch die Anzahl der Mitwirkenden größer als bei den Aufführungen von 2022 und 2024 gewesen. Danzer dankte der Sparkasse Tiefenbach, dem Förderkreis Junge Musik Geisenhausen, dem Team von Sound Light Service, den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer des TSV Tiefenbach, der DJK Ast und vielen anderen, die an der Realisierung dieser Veranstaltung mitgewirkt hatten.

Als außergewöhnlich hob er das Engagement von Jessica Frank hervor, die nicht nach dem Leistungsprinzip Tänzerinnen und Tänzer auswähle, sondern alle an so einem Aufführungsprojekt teilhaben ließe, die das auch wollten. Daher sei die Jazztanzabteilung aktuell die am stärksten wachsende Sparte im Tiefenbacher Sportverein, so Danzer. Frank erhalte laufend neue Anmeldungen.

Und für ein nicht nachlassendes Interesse dürften ganz bestimmt die beiden gelungenen Aufführungen am vergangenen Wochenende gesorgt haben. Die Vorbereitungen zur nächsten großen Jazztanzveranstaltung des TSV Tiefenbach in 2028 – dann zum 15-jährigen Jubiläum der Abteilung – haben bereits begonnen.

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Fotos: Alexandra Baumüller